Lesung: Erich Kästner „Die 13 Monate“
Alexander Netschajew ist im Kunsthaus Salzwedel immer ein Erlebnis. 2025 begeisterte der ehemalige Intendant des Theaters der Altmark das Publikum mit seiner großartigen szenischen Lesung von Goethes „Faust“. Netschajew bereicherte die Lesung mit tiefgründigem Hintergrundwissen über die Zeit Goethes und über den Dichter selbst.
Am 25. März 2026 präsentiert das Kunsthaus zusammen mit Alexander Netschajew und dem Musiker Gert Wilden ein Literaturkonzert. Im Mittelpunkt stehen „Die 13 Monate“ aus dem letzten Gedichtband von Erich Kästner, der 1955 erschien. Auf zeitlos kluge Weise reflektiert Kästner darin das Verhältnis des Menschen zur Natur und seine eigene Vergänglichkeit. „Die zweite Austreibung aus dem Paradies hat stattgefunden und Adam und Eva haben es diesmal nicht bemerkt. Sie leben auf der Erde, als lebten sie darunter.“ Kästners Lyrik birgt stets eine melancholische Heiterkeit, die auch heute noch frisch und kaum gealtert wirkt. Der Komponist und Pianist Gert Wilden begegnet Kästners Lyrik mit dreizehn eigenständigen Kompositionen für Klavier und Live-Elektronik – mal minimalistisch, mal opulent, teils als Klangcollagen, teils in enger Verschränkung von Wort und Musik. Alexander Netschajew rezitiert die Gedichte und verbindet Sprache und Musik zu einem vielschichtigen literarisch-musikalischen Erlebnis.
Die musikalische Vita des in Tutzing und Berlin lebenden Komponisten und Pianisten Gert Wilden ist zweigeteilt: Nach einem Kompositions- und Klavierstudium führte eine fünfzehnjährige Phase als Jazzmusiker zu musikalischen Begegnungen mit wichtigen Musikern der internationalen Jazz- und Rockszene. In der darauffolgenden Phase als Filmkomponist hat Gert Wilden die Musik für über 200 Filme geschrieben und produziert, darunter für den OSCAR®-prämierten Kurzfilm „Quiero Ser“ oder für Marc Rothemunds OSCAR®- nominiertes Drama „Sophie Scholl – die letzten Tage“. Für die Musik zu dem GOLDEN GLOBE-nominierten Film „The Fencer“ des finnischen Regisseurs Klaus Härö sowie zu „Hannas schlafende Hunde“ von Andreas Gruber wurde ihm 2016 der BAYERISCHE FILMPREIS für Musik verliehen.
Alexander Netschajew lebt und arbeitet heute als Schauspieler, Sprecher, Regisseur und Autor am Starnberger See. Von 2012 bis 2018 war er Geschäftsführender Intendant am Theater der Altmark in Sachsen-Anhalt. 2016 wurde sein Haus für herausragendes Engagement von Staatsministerin Monika Grütters mit dem 1. Theaterpreis des Bundes ausgezeichnet. Erfahrung als Kulturmanager sammelte der heute 55jährige zuvor bereits an der Pasinger Fabrik GmbH und am Stadttheater Landsberg. Das ihm anvertraute Kleinste Opernhaus Münchens in der Pasinger Fabrik wurde 2007 durch die bundesweite Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ (Schirmherrschaft: Bundespräsident Horst Köhler) für außerordentliche innovative Leistungen ausgezeichnet. Netschajews Leidenschaft gehört der Rezitation, besonders in der Verbindung von Wort und Musik. So schrieb, interpretierte und gestaltete er zahlreiche literarische Konzerte, u.a. für das Rundfunk Symphonieorchester Berlin. Er wirkte z. B. mit Wolf Euba, Rudolf Wessely, Adele Neuhauser und Giora Feidman. Viele seiner Programme sind auf CD festgehalten.
Reservierung und VVK: Kunsthaus-Team, Tel. 03901/ 3022777, per E-Mail an info@kunsthaus-salzwedel.com, Kartenvorverkauf an der Ausstellungskasse von Di-So, 14-17 Uhr, Eintritt: 20 Euro, erm. 15 EUR (U18/ABO)