WAS WOLLT IHR HÖREN – EIN FIKTIVER POETRY SLAM

„Was wollt ihr hören?“ Rilke oder Köppen? Geschichten von Kriegshelden, Siegern, Verlierern und Antihelden? Ein POEMOVIETRY – Lesungen/Performance mit Filmszenen Veranstaltung zu den Rilke-Jahren 2025/26 „Meine gute Mutter, seid stolz: Ich trage die Fahne, seid ohne Sorge, Ich trage die Fahne …“ lässt Rilke seinen Cornet mutig sagen. „Der Feind trommelt. Regen dicht wie Nebel, dicke Fäden, prasselt auf Stahlhelme, übergießt gekrümmte Rücken …“, heißt es dagegen angstvoll von Köppens Protagonisten Reisinger in seinem Schützenloch. Im Feld beten beide, aber auch hier unterscheiden sie sich. Ein fiktiver Schlagabtausch mit Worten, von Herbert Karl von Beesten erdacht und auf die Bühnen gebracht. Rilke und Köppen treffen in einer Art Dichterwettkampf im Jahr 1919 aufeinander, man könnte das auch als frühen Poetry Slam bezeichnen, in dem es um die unterschiedlichen sprachlichen und literarischen Auseinandersetzungen mit dem Thema „Krieg“ geht. Die Neue Sachlichkeit, die den Roman „Heeresbericht“ des Schriftstellers Edlef Köppen prägt, und die lyrisch-romantisierende Herangehensweise an das Thema R.M. Rilkes in seinem Werk „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“ auch kurz „Cornet“ genannt, bieten ein aufschlussreiches und spannendes Gegeneinander. Die Lesung, in der speziell vorbereitete Filmszenen eingespielt werden, soll die Zuschauer und Zuschauerinnen nicht mit dem Thema „Krieg“ allein lassen, sondern in die Lage versetzen, konstruktiv Widersprüche und Argumente für sich zu ordnen und vielleicht selbst zu einer Sprache zu finden, die das Thema aus gegenwärtiger Sicht reflektieren kann. Dabei hilft die zeitliche Distanz zu den von Köppen und Rilke thematisierten Kriegen als auch die Einordnung der politischen Situation von vor 100 Jahren durch den Autor. Da 2025 sich der Geburtstag von R.M. Rilke (1875 – 1926) zum 150. Male, der Todestag 2026 zum 100. Male jährt, bietet sich die Möglichkeit, mit dem Stück auch den sachsen-anhaltischen Schriftsteller Edlef Köppen in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken und zugleich die unterschiedlichen Sichten auf Gewalt und Krieg zu ermöglichen. Auf der Bühne agiert der Autor, der über seine Recherchen, seine Motivation und die Entwicklung des Stückes spricht und eigene literarische Texte liest und performt. Er bietet den Zuschauern Filmsequenzen an, in denen der Dichterwettkampf und andere Szenen von Schauspielern nachgestellt werden. Daraus ergeben sich Fragen an die Zuschauer: „Was wollt ihr hören?“. Die Schauspieler schlüpfen in die Rolle der beiden Protagonisten Köppen und Rilke und verwenden Zitate aus den beiden Werken. Die Zuschauer entscheiden in einer Abstimmung, ob ihnen Köppen oder Rilke am besten gefallen hat. Am Ende der Veranstaltung schlägt der Autor mit einer Performance eine Brücke zur Gegenwart: „Flötentöne“ – friedsam oder kriegerisch beigebracht? – ist eine poetische und stakkatoartige Erkundung innerer Konflikte. In den Dialogen mit sich selbst sucht der Protagonist nach seinen Konsequenzen aus der Kriegsgefahr. Ein Dilemma wird sichtbar, er pendelt zwischen Vision und Desillusion. Dazu eine Ermunterung – auch zu Engagement in unruhigen Zeiten – vor autobiografischem Hintergrund.
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Datum

17. Januar 2026

Uhrzeit

20:00

Standort

Club Hanseat
Club Hanseat
Altperverstraße 23, 29410 Salzwedel, Deutschland

Kategorie

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